• Kunstausstellung „One To One“ bei Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr

    16. Juni 2005

    Die Vernissage in den Räumen der internationalen Anwaltssozietät Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr LLP im IHZ hat eine langjährige Tradition: Neben jungen Künstlern werden auch immer wieder profilierte Vertreter zeitgenössischer Kunst ausgestellt. Diesmal zeigt die Ausstellung die Kölner Künstler Annebarbe Kau (Zeichnung, Video, Klang , Skulptur) und Ulrich Wellmann (Malerei).

    Das bereits international profilierte Künstlerpaar Annebarbe Kau (*1958) und Ulrich Wellmann (*1952) stellt erstmals gemeinsam aus. Hierbei treten ihre Arbeiten in einen spannenden Dialog zueinander, gleichzeitig wird ein umfangreicher Überblick über das Schaffen jedes einzelnen Künstlers ermöglicht.

    Ulrich Wellmann malt. Annebarbe Kau zeichnet; außerdem arbeitet sie mit verschiedenen Medien wie Video, Audio, Installation und Skulptur, die im Rahmen der Ausstellung in ihrer Vielfalt vorgestellt werden. Während Wellmann sich in seinen Gemälden auf die Wirkung und Bedeutung von Farbe konzentriert, spürt Kau immer wieder dem Motiv der Linie nach.

    So besteht für die Künstler der besondere Reiz dieser ersten gemeinsamen Ausstellung auch in der forschenden Fragestellung: „Woraus sind Linien gemacht ...?, Wie erhalten Farben Raum, Tiefe, Licht, Gefühl?“ Neben dem subtilen Umgang mit den gewählten Materialien haben die Arbeiten beider Künstler dabei immer auch einen sehr persönlichen Gehalt.

    Annebarbe Kau verbindet Alltagsmaterialien wie Draht und Faden zu fragilen Objekten, die durch ihre Beschaffenheit mit Licht und Schatten, Farbe und Form spielen. Sie verknotet feine Kordeln zu zarten, dreidimensionalen Zeichnungen und wählt eine freie, spontane Linienführung in ihren großformatigen Papierarbeiten. Darüber hinaus werden im Rahmen der Ausstellung zwei Klanginstallationen der Künstlerin präsentiert, bei denen die formale Beschaffenheit ebenso wichtig ist wie die Klänge selbst. Diese haben stets narrativen Charakter und entführen den Hörer in eine eigene Welt. Am Eröffnungsabend selbst wird ein in New York entstandenes, vertontes Video der Künstlerin gezeigt, das wiederum das Motiv der Linie aufgreift und in direkten Dialog zu den Gemälden Ulrich Wellmanns tritt.

    Wellmanns Arbeiten bestehen zunächst aus monochromen Farbflächen, deren Auftrag von opak bis durchlässig reicht. Dieselbe Farbe erscheint dadurch immer wieder anders und erzeugt räumliche Tiefe. Die Pinselführung, die einer Bewegung gleicht, bleibt für den Betrachter stets nachvollziehbar und führt seine Blicke. Diese Grundfarbe wird durch vereinzelt gesetzte Pinselstriche einer zweiten Farbe durchbrochen und akzentuiert. Es ist erst dieses Zusammenspiel der Farbe, das die Wirkung jeder einzelnen Farbe bestimmt. Wellmann dienen Papier, Leinwand oder Plexiglas nicht nur als Untergründe, sondern nehmen mit ihrer unterschiedlichen Materialität auch Teil an dem feinen Spiel von Licht und Farbe. So lädt beispielsweise geschliffenes Plexiglas die Farbe mit Licht auf und lässt sie bis in feinste Nuancen ausströmen. Der Betrachter ist stets herausgefordert, sich der Wirkung der Farbe zu stellen und sich darüber das Werk Wellmanns zu erschließen.

    „One to one“ verspricht ansprechende zeitgenössischer Kunst in einem kommunikativen Rahmen. Die Wilmer Partner Matthias Wissmann und Martin Seyfarth werden das Künstlerpaar vorstellen.