• 10. Internationales Berliner Wirtschaftsrechtsgespräch: Corporate Governance - Selbstregulierung contra gesetzliche Normierung

    15. Juni 2005

    Das Internationale Berliner Wirtschaftsrechtsgespräch feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum: Am Freitag, den 17. Juni 2005 befassen sich Bundesjustizministerin Brigitte Zypries sowie weitere Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit der Haftung von Managern im Spannungsverhältnis zwischen Selbstregulierung und gesetzlicher Normierung.

    Im Mittelpunkt steht dabei das Gesetz zur Unternehmensintegrität und Modernisierung des Anfechtungsrechts (UMAG), das einen weiteren Schritt zur gesetzlichen Normierung der Vorschläge der Regierungskommission „Corporate Governance“ bedeutet. Auf dem Programm stehen weiterhin die internationale Corporate Governance Praxis, Erfahrungen mit der Business Judgment Rule in den USA sowie Erwartungen an die Managementkultur in Deutschland. Die Veranstaltung wird von der internationalen Anwaltssozietät Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr LLP in Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität zu Berlin organisiert.

    Neben Frau Zypries zählen u.a. der ehemalige EU-Kommissar Peter Sutherland, heute Chairman von BP und Goldman Sachs International, sowie Prof. Christine Windbichler von der Humboldt-Universität, Dr. Thomas Kremer, Chefjustitiar der Thyssen Krupp AG und Margret Suckale, Vorstand Personal deutsche Bahn AG, zu den Referenten.

    Frau Zypries wird die Hintergründe des UMAG beleuchten, das ein Kernelement des 10-Punkte-Programms der Bundesregierung zur Stärkung der Unternehmensintegrität und des Anlegerschutzes darstellt. Die im UMAG beabsichtigte Normierung der Organhaftung und der Anfechtungsklage in der Aktiengesellschaft hält die Ministerin für absolut erforderlich. Für ebenso zwingend hält sie, dass börsennotierte Aktiengesellschaften künftig die gesamten Bezüge für jedes einzelne Vorstandsmitglied im Anhang zum Jahresabschluss veröffentlichen. „Damit folgen wir einer internationalen Entwicklung in den USA, Kanada und vielen europäischen Ländern, in denen bereits heute die individuelle Offenlegung von Vorstandsgehältern gesetzlich geregelt ist“, so die Ministerin im Mai anlässlich der Vorstellung des Regierungsentwurfs.

    Frau Prof. Dr. Windbichler und Thomas White, Washingtoner Partner von Wilmer Cutler Pickering Hale and Dorr, werden zu der aus dem US-amerikanischen Rechtskreis stammenden Business Judgement Rule sprechen, die durch das UMAG ins deutsche Recht übernommen werden soll. Dabei geht es um eine Haftungsfreistellung von Vorständen für unternehmerische Entscheidungen, die sich im nachhinein als falsch herausstellen, soweit diese nach bestem Wissen und Gewissen getroffen wurden.

    Zu der Konferenz haben sich bereits mehr als 160 Teilnehmer angemeldet. Über diese Resonanz freut sich Rechtsanwalt und Notar Alexander Kollmorgen, Partner im Berliner Büro der Sozietät und Mitinitiator des diesjährigen 10. Wirtschaftsrechtsgesprächs: „Wir werden diese Veranstaltung als gelungene Synthese von Wissenschaft, Recht und Wirtschaft auch in Zukunft gemeinsam mit der Humboldt-Universität fortführen. Dieses Wirtschaftsrechtsgespräch, das gleichzeitig den ersten Jahrestag des Zusammenschlusses der Sozietäten Wilmer Cutler Pickering LLP und Hale and Dorr LLP markiert, verspricht angesichts der Aktualität des Themas und der hochrangigen Redner ein Höhepunkt in der zehnjährigen Geschichte der Veranstaltung zu werden.