• Dr. jur. h.c. Karlheinz Quack Rechtsanwalt und Notar a. D. - Träger der Ernst-Reuter-Plakette -im Alter von 80 Jahren verstorben

    18. Dezember 2006

    Mit großer Trauer teilen wir den Tod von Karlheinz Quack mit, einem der angesehensten deutschen Rechtsanwälte und Begründer der Sozietät, die später ein Herzstück des heutigen Berliner Büros von WilmerHale wurde.

    quack.jpg Karlheinz Quack verstarb am Sonntag, dem 10. Dezember 2006, im Alter von 80 Jahren in seinem Berliner Haus. Er hinterlässt seine Ehefrau Elisabeth und die beiden gemeinsamen Söhne, unseren Partner Ulrich Quack sowie Andreas Quack, deren Ehefrauen und drei
    Enkelkinder.

    Über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg hat Karlheinz Quack eine der herausragenden Anwaltspraxen in Deutschland aufgebaut. Er war aufgrund einer einzigartigen Verbindung von höchster beruflicher Qualifikation, absoluter persönlicher Integrität und unbedingter Fairness und Kollegialität hoch angesehen, nicht nur bei seinen zahlreichen Mandanten, sondern auch in seinem Berufsstand und weit darüber hinaus. Mit seinem Humor und seiner persönlichen Wärme war Karlheinz Quack für seine Mandanten viel mehr als einfach nur “ihr” Anwalt, und für die, die mit ihm arbeiten durften, viel mehr als nur Partner und Kollege: Karlheinz Quack war für uns alle ein Freund, kluger Berater und verehrter Mentor.

    Nach dem Jurastudium an der Humboldt-Universität und später der Freien Universität zu Berlin begann er 1954 seine Karriere in der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Reinholz in Berlin.

    Von Anfang an widmete er seine ganze Kraft der Ausweitung dieser kleinen lokalen Kanzlei und der Ausrichtung ihres Beratungsangebots auf den Bedarf großer Industriemandanten aus ganz Deutschland. Karlheinz Quack führte die Kanzlei - nun unter dem Namen Quack, Kühn & Partner - zu deutschlandweitem Ansehen.

    1991 schloss sich Karlheinz Quack mit drei anderen bundesdeutschen Rechtsanwaltskanzleien zu Gaedertz Vieregge Quack Kreile zusammen. Zehn Jahre lang war diese überörtliche Sozietät einer der führenden “Player” auf dem deutschen Rechtsberatungsmarkt. Im Jahr 2001 verbanden sich Karlheinz Quack und seine Berliner Kollegen mit der internationalen Sozietät Wilmer Cutler Pickering. Dadurch wurde die Kanzleigröße in Berlin mehr als verdoppelt und die Präsenz unserer Sozietät in Deutschland fest verankert.

    Begünstigt durch seinen scharfen Verstand und sein unablässiges Interesse am Recht, umfasste die Tätigkeit von Karlheinz Quack eine selten wieder zu findende Bandbreite von Rechtsgebieten. Besonders fühlte er sich jedoch in seinem Element als Gesellschafts- und Wettbewerbsrechtler. Seine Anwaltszulassung in den 50er Jahren fiel zusammen mit der Verabschiedung des Kartellgesetzes. Durch sein Engagement vor dem neu geschaffenen Bundeskartellamt in Berlin hat Karlheinz Quack dazu beigetragen, dem deutschen Kartellrecht und seiner Anwendung während der folgenden 50 Jahre Konturen zu verleihen. Häufig trat er in richtungsweisenden Rechtsstreitigkeiten auch vor dem Bundesgerichtshof und dem Europäischen Gerichtshof auf.

    Karlheinz Quack war außerdem intensiv am akademischen Leben beteiligt. Er lehrte Gesellschaftsrecht und Kartellrecht an der Freien Universität Berlin. Dennoch blieb er mit seiner Alma Mater, der Humboldt-Universität zu Berlin, immer eng verbunden. Dort hatte er auch seine spätere Ehefrau Elisabeth kennen gelernt. Kurz nach dem Mauerfall kehrte er an die Humboldt-Universität zu Berlin zurück, wo er seine Lehrtätigkeit fortsetzte und eine aktive Rolle beim Wiederaufbau der juristischen Fakultät übernahm.

    Karlheinz Quack veröffentlichte zahlreiche wichtige Fachartikel und war Mitautor eines der führenden Kommentare zum deutschen Kartellrecht. Im Jahr 2001 ehrte die Humboldt-Universität seine Beiträge zum akademischen Leben mit der Ehrendoktor-Würde. Anlässlich des 80. Geburtstags von Karlheinz Quack im Januar 2006 stifteten die Partner von WilmerHale zu seinen Ehren den jährlich zu vergebenden Karlheinz Quack-Preis für die beste juristische Dissertation an der Humboldt-Universität zu Berlin.

    Karlheinz Quack hat als leidenschaftlicher Verfechter von Freiheit und Recht auch zahlreiche wichtige Beiträge zur Fortentwicklung seines Berufsstandes in Deutschland geleistet.

    Geboren im Januar 1926 ist er während des Naziregimes und des zweiten Weltkriegs aufgewachsen und hat später miterleben müssen, wie die Humboldt-Universität zu Berlin und die Hälfte seiner Heimatstadt langsam durch die kommunistische Regierung Ostdeutschlands übernommen wurden. Seine Erfahrungen mit totalitären Regierungsformen machten ihn zu einem unerbittlichen Verteidiger der jungen deutschen Demokratie, ihrer juristischen Institutionen und des Anwaltsstands gegen totalitäre Tendenzen von rechts wie von links.

    Zehn Jahre, von 1971 bis 1981, war Karlheinz Quack Präsident der Rechtsanwaltskammer Berlin. Danach wurde er zum Mitglied des Anwaltssenats des Bundesgerichtshofs ernannt. Diese Position hatte er bis zum Jahre 1990 inne. Von 1981 bis 1992 stand er der deutschen Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht e.V. (GRUR) als ihr dritter Präsident vor. Für seinen Beitrag für das Gemeinwohl verlieh ihm die Stadt Berlin ihre höchste Auszeichnung, die Ernst-Reuter-Plakette.

    Wir sind dankbar für das professionelle und intellektuelle Vorbild, aber auch für die per-sönliche Wärme, die er uns, seinen Partnern, Kollegen und Mitarbeitern zugewandt hat. Wir werden Karlheinz Quack sehr vermissen.