• 13. Internationales Berliner Wirtschaftsrechtsgespräch: Globale Investoren-lokale Interessen: Herausforderungen für die Kapitalmarktregulierung?

    13. Juni 2008

    Dr. Alexander Dibelius, Chairman von Goldman Sachs in Deutschland, hielt die Keynote auf dem gestrigen 13. Internationalen Berliner Wirtschaftsrechtsgespräch, bei dem es um die aktuellen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten, Regulierungsansätze und deren Grenzen ging.

    Dr. Dibelius legte in seiner Rede den Schwerpunkt auf die internationalen Kapitalmärkte im Spannungsfeld der Finanzkrise. „Die Finanzmarktkrise hat gezeigt, wo wir etwas in der regulatorischen Struktur verbessern können. Maßnahmen müssen sich gezielt auf Defizite in der Risikosteuerung richten und dürfen die Selbstheilungskräfte des Marktes nicht untergraben.“

    Prof. Dr. Kaserer von der TU München betonte, dass trotz der aktuellen Regulierungsansätze, die wegen der Risiken durch aggressive Einflussnahmen von Investoren entstanden seien, die positiven Einflüsse und die Notwendigkeit von Finanzinvestoren überwiegen würden. Wie er anhand von empirischen Belegen zeigte, seien die Aktivitäten von Private Equity Fonds, Hedge Fonds überwiegend wertsteigernd und somit auch gesamtwirtschaftlich erwünscht.

    In dem sich anschließenden Vortrag erläuterte WilmerHale Partnerin Elizabeth Derbes aus der Financial Services Praxis der Sozietät in New York, welche Lehren aus der Subprime-Krise in den USA bereits gezogen wurden. „Sowohl in den USA als auch in Europa wird die Prüfung systemischer Risiken intensiviert werden, insbesondere hinsichtlich der Liquiditäts-versorgung in Krisenzeiten. Außerdem werden die Vorschriften eines Anlegerschutzes überprüft und verschärft werden.“

    Das von WilmerHale Partner Dr. Roland Steinmeyer moderierte Nachmittagspanel mit Dr. Hanns Ostmeier vom BVK, MinDg. Dr. Thorsten Pötzsch aus dem Finanzministerium und Dr. Kaspar Krolop von der Humboldt Universität zu Berlin beleuchtete im Detail die aktuellen Regierungsentwürfe im Bereich der Kapitalmarktregulierung.

    Frau Prof. Dr. Christine Windbichler von der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin fasste die wesentlichen Ergebnisse der Konferenz zusammen und betonte hierbei: „Finanzmärkte sind zwar komplex, aber nicht dämonisch. Es gilt, belegbare Schwachstellen von gefühlten Befürchtungen abzugrenzen. Rechtsregeln sind organisatorische Markthilfen und unterstützen Entscheidungsprozesse, vor allem durch Informationsregeln. Die aktuellen und in Abstimmung befindlichen Rechtsnormen sind an dem Ziel zu messen, dass der „Marktplatz“ des Finanz- und Kapitalmarkts funktioniert.“