• 15. Internationales Berliner Wirtschaftsrechtsgespräch

    02. Juli 2010

    Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem: Herausforderung für Politik, Wirtschaft und Recht

    Hochrangige Experten diskutieren Reformen im Gesundheitswesen

    Bei dem von WilmerHale und der Humboldt Universität am 1. Juli veranstalteten 15. Internationalen Berliner Wirtschaftsrechtsgespräch tauschten sich Experten über aktuelle Themen der Reformvorhaben im Gesundheitsbereich aus. Im Mittelpunkt standen dabei auch die Pläne der Bundesregierung zur Reform des Arzneimittelmarktes in der gesetzlichen Krankenversicherung und die wettbewerbliche Strukturierung durch selektive Versorgungsverträge.

    In einem Grundsatzvortrag erläuterte zunächst Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Meyer (Humboldt-Universität) die engen Grenzen, die jeder Gesundheitsreform durch die immense Staatsverschuldung gesetzt werden. In der anschließenden, kontrovers geführten Podiumsdiskussion wurden die Möglichkeiten zur Schaffung eines zukunftsfähigen Gesundheitssystems durch Wettbewerb und Regulierung diskutiert. An der Diskussion teil nahmen Dr. Christopher Hermann, Vorstand der AOK Baden-Württemberg, Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Kossow, Ehrenvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes e.V., Dr. Volker Leienbach, Verbandsdirektor des Verbandes der privaten Krankenversicherung e.V., Dr. Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Wolfgang Pföhler, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Kliniken AG und Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V.

    Am Nachmittag fanden verschiedene Workshops statt, in denen die Rolle des Rechts bei Kostendämpfung, Wettbewerb und Innovation im Gesundheitswesen erörtert wurde. Die vier von Rechtsanwälten der Kanzlei WilmerHale moderierten Workshops befassten sich dabei mit dem Konflikt zwischen dem Kartellrecht und dem wirtschaftlichen Bedürfnis nach Konzentration und Kooperation im Krankenhausmarkt, mit rechtlichen und rechtspolitischen Aspekten neuer Ansätzen für die Vergütung medizinischer Leistungen („Pay for Performance“), den umstrittenen Selektivverträgen sowie mit dem Gesetzentwurf zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes, insbesondere dem geplanten System einer Frühbewertung des Nutzens von Arzneimitteln.

    Zurück im Plenum hielt Prof. Dr. Charles B. Blankart (Humboldt-Universität) den Abschlussvortrag zu Wirtschaftlichkeit, Qualität und Gerechtigkeit in der Gesundheitsversorgung.

    Martin Seyfarth, Managing Partner des Büros Berlin von WilmerHale, fasste die wesentlichen Ergebnisse der Konferenz zusammen und betonte hierbei:
    “Auch im Rahmen des diesjährigen Wirtschaftsrechtsgesprächs hat sich gezeigt, wie wichtig der ständige Austausch zwischen Wissenschaft, Rechtspraxis und Politik ist, um Lösungsstrategien für die großen gesellschaftlichen Probleme zu entwickeln. Auf dem Gebiet des Gesundheitswesens, in dem unsere Kanzlei fest verwurzelt ist, sind die Herausforderungen an Gesetzgeber und Rechtsanwender zur Zeit besonders groß. Auf diesem 15. Internationalen Berliner Wirtschaftsrechtsgespräch konnten Experten aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens ihre Erfahrungen austauschen und neue Erkenntnisse gewinnen, um sich diesen Herausforderungen anzunehmen.“