Dr. Stefan Ohlhoff, LL.M.

Partner

stefan.ohlhoff@wilmerhale.com

Friedrichstr. 95, 10117 Berlin, Germany
+49 30 20 22 63 55 (t) +49 30 20 22 65 00 (f)

Dr. Stefan Ohlhoff ist Co-Chair der European Regulatory Group von WilmerHale. Er ist seit 1999 Rechtsanwalt und seit 2006 Partner bei WilmerHale.

Tätigkeitsbereich 

Dr. Ohlhoff berät umfassend im deutschen und europäischen Kartell- und Fusionskontrollrecht. Daneben betreut er Mandanten aus dem öffentlichen und privaten Sektor in Fragen des öffentlichen Wirtschaftsrechts, darunter insbesondere im Vergaberecht und in Fragen der Regulierung des Gesundheitswesens. Ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit von Dr. Ohlhoff liegt im Außenwirtschaftsrecht, wo er u.a. zu Fragen des Rechts der Welthandelsorganisation WTO und der Handelspolitik (einschließlich im Zusammenhang mit WTO-Streitverfahren) berät. 

In diesen Bereichen liegt der Fokus der Tätigkeit von Dr. Ohlhoff seit Jahren auf der Betreuung von Mandaten mit rechtlich und tatsächlich äußerst komplexen Sachverhalten von hoher wirtschaftlicher und/oder strategischer Bedeutung für seine Mandanten. Deswegen ist er mit der Planung, Steuerung und Umsetzung solcher Mandate vertraut und verfügt über große Erfahrung bei der Koordination der Arbeit von externen juristischen und ökonomischen Beratern sowie IT-Dienstleistern und internen Expertenteams aus Technik, Einkauf/Vertrieb, Buchhaltung und Rechtsabteilung/Compliance. 

Dr. Ohlhoff war und ist in mehreren großen kartellrechtlichen Schadensersatzprozessen tätig, darunter für die Deutsche Bahn, die Deutsche Telekom und einen großen deutschen Lebensmittelhersteller. Er hat aber auch umfangreiche Erfahrung mit der Betreuung von Großverfahren in anderen Bereichen. Beispielsweise leitete Dr. Ohlhoff das WilmerHale Team, das für einen großen deutschen Ärzteverband insgesamt rund 200 Prozesse vor zahlreichen Landgerichten, Sozialgerichten sowie Landessozialgerichten mit kartell-, wettbewerbs-, sozialversicherungs- und vergaberechtlichen Schwerpunkten führte. Zuvor war er mehrere Jahre als "Chief of Staff“ in dem WilmerHale Team tätig, das Boeing in dem WTO-Streit um Subventionen für Airbus berät und vertritt.

Dr. Ohlhoff ist Autor einer Reihe von Publikationen zum Kartellrecht, zum Außen-wirtschaftsrecht und zum Völkerrecht. Unter anderem ist er Mitautor des "Münchener Kommentar zum Europäischen und Deutschen Wettbewerbsrecht (Kartellrecht)“ (Beck-Verlag) sowie des "WTO-Handbuchs“ (Beck-Verlag). Dr. Ohlhoff ist Mit-herausgeber des Handbuchs "Kartellverfahren und Kartellprozess“, das Ende 2016 im Beck-Verlag erscheinen wird.

Highlights

Prozessführung

Kartellrechtliche Schadensersatzfälle

  • Beratung und Vertretung der Deutschen Bahn AG zu Schadensersatzansprüchen wegen des "Schienenkartells“, darunter in einem Schadensprozess vor dem LG Frankfurt gegen vier Beklagte. Es handelt sich um einen der größten und komplexesten Kartellschadensfälle der deutschen Geschichte, über den auch in der Presse regelmäßig und ausführlich berichtet wird. Innerhalb kürzester Zeit konnten bereits zwei Vergleiche – mit Voestalpine und ThyssenKrupp – abgeschlossen werden. Das Gesamtvolumen der Ansprüche liegt bei deutlich über 500 Mio. Euro.
  • Verteidigung der Deutschen Telekom AG in acht kartellrechtlichen Schadensersatzprozessen wegen einer angeblichen Kosten-Preis-Schere zwischen Vorleistungs- und Endkundenentgelten im Ortsnetz zwischen den Jahren 1998 und 2003. Auch diese Verfahren gehören zu den größten und komplexesten dieser Art in Deutschland. In zwei Fällen konnte die vollständige Abweisung der Klagen erreicht werden. In zwei weiteren Fällen konnte die teilweise Abweisung der Klagen erreicht werden. Insgesamt wurden mittlerweile sieben der acht Verfahren – zum Teil im Vergleichsweg – beendet. Das Gesamtvolumen der Klagen lag bei über 600 Mio. Euro plus Zinsen.
  • Beratung und Vertretung eines Mitgliedsunternehmens einer führenden  Papiergroßhandelsgruppe bei der Abwehr von Schadensersatzansprüchen von Druckereien wegen des Papiergroßhandelskartell (einschließlich im Zusammenhang mit einem Scha-densersatzprozess, der durch ein "Sammelklageunternehmen“ vor dem LG Mannheim angestrengt).
  • Beratung und Vertretung eines führenden Automobilherstellers bei der außergerichtlichen Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen im höheren dreistelligen Millionenbereich gegen Autoglashersteller wegen Beteiligung an dem Autoglaskartell.
  • Beratung und Vertretung eines führenden Nahrungsmittelherstellers bei der Geltendmachung von Schadensersatzforderungen in hoher zweistelliger Millionenhöhe wegen eines Kartells bei Rohstoffen für die Lebensmittelherstellung.

Sonstige Prozessführung

  • Vertretung eines großen deutschen Ärzteverbands, seiner Landesverbände und einer Managementgesellschaft dieser Verbände
    • in mehreren hundert Prozessen vor Sozial- und Landessozialgerichten über die Einführung der hausarztzentrierten Versorgung in Deutschland;
    • in mehreren Vergabenachprüfverfahren vor dem Bundeskartellamt als Vergabekammer des Bundes und dem LSG Essen;
    • in mehreren einstweiligen Verfügungsverfahren vor dem LG Köln und dem LG Heidelberg wegen kartellrechtlicher Ansprüche von konkurrierenden Softwareherstellern auf Zugang zu bestimmten Softwaredaten;
    • in einem Sozialgerichtsverfahren vor dem SG Magdeburg gegen die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt wegen eines Verstoßes gegen §§ 19 und 20 GWB i.V.m. § 69 SGB V durch eine Überschreitung der gesetzlichen Kompetenzen von Kassenärztlichen Vereinigungen;
    • in einem Sozialgerichtsverfahren vor dem SG Bremen gegen die AOK Bremen/Bremerhaven wegen eines gegen § 21 GWB i.V.m. § 69 SGB V verstoßenden Boykottaufrufs gegen das Angebot einer hausarztzentrierten Versorgung. Dieses Verfahren hat sich zwischenzeitlich erledigt.
     
  • Beratung und Vertretung eines Zuliefererunternehmens der Automobilindustrie bei der Geltendmachung kartellrechtlicher Lieferansprüche im einstweiligen Rechtsschutz.
  • Vertretung der Deutsche Telekom AG vor dem Europäischen Gericht erster Instanz und dem Europäischen Gerichtshof in einem wegweisenden Kartellrechtsstreit über das Vorliegen einer Kosten-Preis-Schere bei Ortsnetzentgelten.
  • Vertretung der Deutsche Telekom AG vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Rechtsstreit über die Untersagung eines Joint Venture zwischen RTL und ProSiebenSat1 zur Gründung einer Video-on-Demand-Plattform. Die Europäische Kommission hat den Fall an die deutschen und österreichischen Behörden verwiesen; das Bundeskartellamt hat den Zusammenschluss im Ergebnis untersagt.
  • Vertretung des Flughafen Zürich in einem Rechtsstreit vor dem VGH Mannheim und dem Bundesverwaltungsgericht über die Nutzung des deutschen Luftraums für Anflüge.
  • Vertretung eines Bieters vor dem Kammergericht in einem Nachprüfverfahren im Zusammenhang mit der langjährigen Vergabe des Managements der öffentlichen Beleuchtung in Berlin.
  • Vertretung eines Betroffenen in einem vergaberechtlichen Beschwerdeverfahren bei der Europäischen Kommission im Zusammenhang mit einem großen Infrastrukturpaket. 
  • Beratung und Vertretung von The Boeing Company im Zusammenhang mit den WTO-Streitverfahren über Subventionen im zivilen Flugzeugbau.

Kartellrecht

Kartell- und Missbrauchsverbot

  • Verteidigung von Unternehmen in Kartellverfahren der EU und des Bundeskartellamts über angebliche Absprachen bei Mehl, Papier, Wurst, Lufttransport und andere Produkte und Dienstleistungen.
  • Vertretung eines Mandanten in einem Ermittlungsverfahren des Bundeskartellamts über eine Beschwerde wegen einer angeblichen Preis-Kosten-Schere bei IT-Dienst-leistungen. Das Verfahren wurde mit einer förmlichen Einstellungsentscheidung nach
    § 32c GWB beendet.
  • Vertretung eines Anbieters von Gesundheitsdienstleistungen in einem Ermittlungsverfahren wegen eines angeblichen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung.
  • Vertretung eines Mandanten aus der IT-Branche in einem Verfahren des Bundeskartellamts wegen des Vorwurfs angeblich missbräuchlicher Entgelte für die Überlassung von bestimmten Daten.
  • Vertretung der Deutschen Telekom AG in einer mehrjährigen Untersuchung ihrer Ortsnetzentgelte durch die Europäische Kommission. 

Fusionskontrolle

  • Vertretung von zwei großen deutschen Banken in einem EU-Fusionskontrollverfahren über ihre Fusion zu einer neuen Bank.
  • Vertretung eines Beschwerdeführers in dem EU-Fusionskontrollverfahren über den Erwerb des österreichischen Schneekettenherstellers Pewag durch Thule. Die Anmeldung wurde zurückgenommen nachdem die Europäische Kommission ihre Bedenken in förmlichen Beschwerdepunkten mitgeteilt hat.
  • Vertretung von Investoren in dem EU-Fusionskontrollverfahren zum Erwerb eines großen Ostsee-Fährunternehmens und Beratung zu verschiedenen kartellrechtlichen Aspekten des Erwerbs.
  • Vertretung von Mandanten aus einer Vielzahl von Branchen, darunter Telekommunikation, IT/Software, Flugzeugwartung und Maschinenbau, in Fusionskontrollverfahren des Bundeskartellamts und der Europäischen Kommission (einschließlich der Koordinierung von multinationalen Fusionskontrollverfahren).

Öffentliches Wirtschaftsrecht

  • Vertretung eines Betroffenen gegen die Veröffentlichung von Daten und Dokumenten durch eine Behörde wegen eines Antrags nach dem Informationsfreiheitsgesetz.
  • Beratung der Europäischen Kommission bei dem Gesetzgebungsvorhaben zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums ("Single European Sky“)
  • Beratung eines Staates im Zusammenhang mit einem Antrag auf Aufnahme als Mitgliedstaat in die WTO.
  • Beratung eines Mandanten bei einer internen Untersuchung der Einhaltung von zollrechtlichen Vorgaben.
  • Vertretung eines führenden deutschen Herstellers von Aktenordnern in einem Antidumpingverfahren wegen der Einfuhr von Ordnermechaniken aus China.

Auszeichnungen

  • 2014 wird das Team aus Kartell- und Prozessrechtlern um Ulrich Quack und Dr. Stefan Ohlhoff mit dem GCR Litigation of the Year Award für die Vertretung der Deutsche Bahn AG bei der Geltendmachung von Schadensersatz wegen des Schienenkartells ausgezeichnet.
  • Seit 2006/2007 wird Dr. Ohlhoff fortlaufend vom JUVE Handbuch im Bereich Kartellrecht empfohlen. (JUVE 2014/2015: "macht einen super Job", Wettberwerber; JUVE 2013/2014: "sehr erfahren in Prozessen, sehr detail-orientiert", Wettbewerber; JUVE 2011/2012: "hohe analytische Kompetenz, detaillierte Sachverhaltserarbeitung", Mandant).
  • JUVE Handbuch 2006/2007-2008/2009 empfiehlt Dr. Stefan Ohlhoff für den Bereich Außenhandel.
  • Chambers Europe 2007-2017 empfiehlt Dr. Ohlhoff als führenden Kartellrechtler: "Stefan Ohlhoff receives strong market feedback for his hand-on approach and prowess as a litigator. He is very reliable and has a good feeling for what clients need. He can discuss on the spot the details of a case and produce very good results” (Chambers Europe 2014).
  • Dr. Ohlhoff wird vom Handelsblatt in der Best Lawyers List® 2011-2016 für Deutschland für den Praxisbereich Handelsrecht sowie Wettbewerbs- und Kartellrecht empfohlen. Darüber hinaus wird er in der Ausgabe für 2014 als "Lawyer of the Year" im Wettbewerbs- und Kartellrecht ausgezeichnet.
  • Dr. Ohlhoff wird seit Jahren sowohl im Who's Who Legal: Competition Lawyers and Economists als auch im Who's Who Legal: Trade & Customs Lawyers und im Who's Who Legal Germany genannt.
  • Im Jahr 2000 erhielt Dr. Ohlhoff den Francis Deàk Award der American Society of International Law für eine Veröffentlichung zu Handelsliberalisierung und nationale Sicherheit.

Mitgliedschaften

  • American Bar Association
  • American Society of International Law
  • Studienvereinigung Kartellrecht
  • Zentrum für Außenwirtschaftsrecht